Runflat Reifen, schon mal gehört? Du bist auf dem Heimweg – vom Job, dem Sport oder dem Abendessen mit Freunden. In Gedanken schon auf der Couch oder beim nächsten Programmpunkt. Und dann blinkt plötzlich das RDKS. Druckverlust hinten rechts.
Dein 1. Gedanke: „Muss das jetzt sein?“.
Dein 2. Gedanke: „Zum Glück habe ich Runflat Reifen!“
Sie bringen mehr Sicherheit, sparen Platz im Kofferraum und machen das Leben bei einer Panne deutlich entspannter.
Aber worauf musst du achten, wenn du auf sie umsteigst? Und halten sie wirklich, was sie versprechen?
In diesem Artikel findest du die Antworten – klar erklärt und praxisnah.
Was sind Runflat Reifen und wie funktionieren sie?
Runflat Reifen (auch Notlaufreifen genannt) sind keine gewöhnlichen Pneus. Sie haben verstärkte Seitenwände, die den Reifen auch bei starkem Druckverlust bzw. bei einem Platten stabil halten. Im Fall einer Reifenpanne bleibt dein Fahrzeug kontrollierbar und die Felge geschützt.
Je nach Modell kannst du damit noch bis zu 80 Kilometer bei maximal 80 km/h weiterfahren. Genug, um zur Werkstatt zu kommen – ohne das Rad zu wechseln.
Damit das funktioniert, braucht dein fahrbarer Untersatz ein funktionierendes Reifendruckkontrollsystem (RDKS). Nur so bekommst du rechtzeitig mit, wenn Luft aus deinem Reifen entweicht.
Reifen mit Notlaufeigenschaften bekommst du sowohl als Sommerreifen, Winterreifen als auch als Ganzjahresreifen.
Wichtig zu wissen: Selbstragende Gummis erkennst du an den Herstellerkürzeln auf der Reifenflanke. Je nach Marke sehen diese unterschiedlich aus:
- Bridgestone: RFT (Run-Flat Tyre)
- Continental: SSR (Self Supporting Runflat)
- Michelin: ZP (Zero Pressure) oder SST (Self Supporting Tyre)
- Dunlop / Goodyear: ROF (RunOnFlat)
- Hankook: HRS (Hankook Runflat System)
- Pirelli: Run Flat oder Eufori
Zudem kannst du mit einem solchen Reifen auf das Notrad verzichten und sparst Platz im Auto.

Was unterscheidet Runflat Reifen von normalen Reifen?
Ganz einfach: Wenn du mit einem normalen Reifen Luft verlierst, ist dein Pkw nur noch schwer kontrollierbar.
Wenn ein Runflat Luft verliert, kannst du deinen fahrbaren Untersatz mit angepasster Geschwindigkeit kontrolliert weiterfahren.
Reifen mit Notlaufeigenschaften sind selbsttragend. Die verstärkten Gummiwände verhindern, dass der Reifen bei Druckverlust komplett einknickt. So bleibt die Felge auf Abstand zur Fahrbahn. Standardgummis dagegen sacken bei Luftverlust sofort zusammen – ein Weiterfahren ist bei einer Reifenpanne nicht mehr möglich. Zumindest nicht, wenn dir deine Felgen und dein Auto etwas bedeuten.
Außerdem unterscheiden sich selbsttragende von normalen Reifentypen in diesen Punkten:
- Komfort: Fährt sich meist spürbar härter
- Montage: Erfordert spezielle Felgen und Maschinen
- Preis: In der Regel teurer als Reifen mit Standardaufbau – egal, ob Sommer- oder Winterreifen
- Gummimischung: Runflat-Reifen nutzen oft härtere Mischungen – für mehr Stabilität, aber weniger Komfort
- Reparatur: Meist nicht zulässig – ein Austausch ist nötig
- Reifendrucksystem: Darf nur mit funktionierendem RDKS gefahren werden.
Ob Runflat oder Reifen mit Standardaufbau – am Ende hängt die Entscheidung von deinem persönlichen Geschmack und den technischen Voraussetzungen deines vierrädrigen Lieblings ab.

Wie sicher sind Runflat Reifen bei einer Panne?
Stell dir vor, du hast bei Tempo 130 auf der Autobahn plötzlich eine Reifenpanne.
Mit normalen Reifen kann das jetzt echt gefährlich werden. Nur mit fahrerischem Können und klarem Kopf bringst du dein Fahrzeug sicher zum Stillstand.
Und bei Runflat-Reifen? Dein Fahrzeug bleibt stabil und lenkbar. Du kannst ruhig abbremsen und sicher zur Seite rollen.
Die Notlaufeigenschaft ist besonders bei höheren Geschwindigkeiten oder auf viel befahrenen Strecken ein riesiger Sicherheitsgewinn.
Der gefährliche Reifenplatzer wird zuverlässig verhindert. Wichtig ist, dass dein RDKS funktioniert. Denn ohne Sensorik bleibt ein Plattfuß auch beim Flat ein blinder Passagier.

Welche Vorteile bieten Runflat Reifen?
Flats können auch nicht zaubern, aber sie machen dir das Leben leichter:
- Kein Radwechsel am Straßenrand
- Mehr Stauraum im Kofferraum – das Ersatzrad fällt weg
- Planbare Weiterfahrt im Fall der Fälle
- Optimale Notlaufeigenschaften im Vergleich zum normalen Reifen
- Mehr Sicherheit bei Reifenschäden.
Besonders praktisch: Du kannst mit einem Platten einfach die paar Kilometer bis zur Werkstatt fahren – ohne Stress, ohne Abschleppwagen.
Doch Reifen mit Notlaufeigenschaften bringen auch Nachteile mit sich. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Welche Nachteile haben Runflat Reifen?
Notlaufreifen bieten eine Menge Vorteile. Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten. Hier ein paar Nachteile:
- Der Preis liegt spürbar über dem von gewöhnlichen Pneus
- Reparaturen sind selten möglich – meist brauchst du einen neuen Reifen
- Nicht jede Werkstatt kann Runflats montieren oder auswuchten
- Ohne RDKS darfst du keine Flats fahren – gesetzlich verboten.
Und ganz wichtig: Wenn dir Komfort und leises Abrollen wichtiger sind als Pannensicherheit, dann solltest du zweimal überlegen. Denn durch die steifen Seitenwände der Flats ist das Fahrverhalten wesentlich straffer als mit konventionellen Reifen.
Für wen sind Runflat Reifen geeignet und für wen nicht?
Diese Frage muss vorm Kauf von Runflats definitiv beantwortet werden. Reifen mit Notlaufeigenschaften machen besonders dann Sinn, wenn du:
- regelmäßig längere Strecken fährst – egal ob Autobahn oder Landstraße
- auf zusätzliche Sicherheit bei Reifenschäden Wert legst
- kein Notrad oder Ersatzrad mitführen willst oder keinen Platz dafür hast
- ein Auto fährst, das ab Werk für Runflat-Reifen freigegeben ist (z. B. viele Modelle von BMW, Mini oder Lexus)
- im Ernstfall lieber weiterfährst, statt auf den Pannendienst zu warten.
Allerdings haben sie auch Nachteile und deshalb gibt es auch klare Fälle, in denen selbsttragende Reifen nicht die optimale Wahl sind:
- für Fahrzeuge ohne Reifendruckkontrollsystem (RDKS)
- wenn dein Auto keine passenden Felgen oder Herstellervorgaben für Runflat bietet
- wenn dir besonders hoher Fahrkomfort wichtig ist – Runflat-Reifen rollen spürbar härter ab
- wenn du in Regionen unterwegs bist, in denen es kaum Werkstätten mit Runflat-Ausrüstung gibt.
Flats sollten daher kein reiner Komfortkauf, sondern gut überlegt sein.
Kann ich auf Runflat Reifen umrüsten?
Ob du auf Runflat umrüsten kannst, hängt im Wesentlichen von zwei Voraussetzungen ab: Dein Auto muss über ein funktionierendes Reifendruckkontrollsystem (RDKS) verfügen, und der gewählte Runflat-Reifen muss vom Hersteller für dein Fahrzeug freigegeben sein.
Sind beide Punkte erfüllt, steht dem Wechsel in der Regel nichts im Weg. Achte zusätzlich darauf, dass deine Felgen technisch geeignet sind – zum Beispiel mit EH2-Profil. Im Zweifel hilft dir deine Werkstatt oder der Felgenhersteller weiter.
Kann ich Runflat Reifen mit normalen Reifen kombinieren?
Ganz klar: Nein!
Notlaufreifen dürfen nicht mit herkömmlichen Reifen gemischt werden – weder auf derselben Achse noch achsweise (z. B. vorne Runflat, hinten Standard). Der Grund liegt in der komplett unterschiedlichen Bauweise: Runflat Reifen haben verstärkte Seitenwände, Standardreifen nicht. Das führt zu unterschiedlichem Fahrverhalten, besonders in Kurven, bei plötzlichem Reifenschaden oder beim Bremsen.
Außerdem reagieren Runflat und herkömmlichen Reifen bei Druckverlust vollkommen verschieden. Während ein Runflat noch weiterfährt, sackt ein normaler Reifen sofort zusammen. Die Fahrzeugkontrolle kann dadurch massiv beeinträchtigt werden.
In vielen Fällen ist eine solche Kombination sogar unzulässig und kann zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen. Das kann im Schadensfall auch versicherungsrechtliche Folgen haben.
Deshalb gilt:
Wenn Runflat – dann alle vier Reifen. Eine Mischbereifung ist tabu.
Was kosten Runflat Reifen und worauf sollte man beim Kauf achten?
Runflat Reifen sind in der Anschaffung ca. 20 bis 40 % teurer als Standardreifen.
Warum? Der Aufbau ist aufwendiger, die Materialien robuster – und die Nachfrage (noch) geringer.
Beachte beim Kauf:
- Fahrzeugspezifikation: Nicht jeder Reifen passt auf jedes Auto
- DOT-Nummer:Je frischer, desto besser
- Montagemöglichkeit: Nicht jede Werkstatt kann Runflats montieren
- Extra-Tipp: In unserem Onlineshop findest du oft Komplettangebote mit Felge – ideal beim Umstieg.
Wenn du dir einen ersten Überblick über Reifen mit Notlaufeigenschaften verschaffen willst, findest du im Shop eine starke Auswahl renommierter Hersteller.
Runflat Reifen – das Wichtigste in Kürze
Egal, ob Sommerreifen, Winterreifen oder Ganzjahresreifen – Runflat-Reifen bieten klare Vorteile, vor allem im Ernstfall.
Sie können dir Stress, Zeit und im besten Fall sogar unnötige Risiken ersparen. Außerdem verschaffen sie dir zusätzlichen Stauraum, da kein Reserverad notwendig ist.
Aber sie haben auch ihre Tücken: höherer Preis, härteres Fahrverhalten und weniger Flexibilität bei der Wartung.
Die Faktoren Fahrprofil, Fahrzeugart und dein Anspruch an Sicherheit und Komfort sind entscheidend dafür, welche Reifen für dich die richtigen sind.
Wenn alles passt, können Pneus mit selbsttragender Reifenflanke eine richtig clevere Wahl sein.



